Schlaraffia Flensburgia

 

Auf dieser Seite werden  dem „Uhuversum“ Fechsungen vorgestellt!

Zueignung


Rt Kinken 151



Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,

die früher schon sich meinem Blick gezeigt,

versuch ich drum, euch dieses Mal zu halten,

fühl ich mein Herz doch solchem Wahn geneigt!

Drängt euch nur zu! Ihr möget itzo walten,

wie ihr aus Dunst und Nebel steigt;

mein Ritterherz wird AHA-nungsvoll erschüttert,

da Zauberhauch euch UHU-gleich umwittert.


Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen

nach Freundschaft, Kunst, Humor bei den Schlaraffen,

die oft nur leis in unbestimmten Tönen

in UHUs Burg sich noch Gehör verschaffen!


Vorspiel in der Burg


Oberschlar.    Schlaraffen hört, die ihr - nicht oft –

    in Not und Trübsal beigestanden,

    sagt, was ihr in schlaraff’schen Landen

    bei Sippungen euch denn erhofft?


Fechser    Oh sprich mir nicht von jener bunten Menge,

    bei deren Anblick mir der Geist entflieht.

    Verhülle mir das wogende Gedränge,

    das wider Willen mich zum Strudel zieht!

    Was glänzt, ist für den Augenblick geboren,

    das Echte bleibt der Nachwelt unverloren!


Hofnarr    Wer machte denn der Mitwelt Spaß?

    Den will sie doch und soll ihn haben!


Oberschlar.    Die Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen.

    Ein jeder sucht sich endlich etwas aus.

    Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;

    und jeder geht zufrieden aus demHaus.

    Gebt ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken!

    Solch ein Ragout, es muss euch glücken;

    Leicht ist es vorgelegt, so leicht als ausgedacht.

    Was hilft’s, wenn ihr ein Ganzes dargebracht,

    die Sassenschaft wird es euch doch zerpflücken!


Fechser    Ihr fühlet nicht, wie schlecht solch eine Fechsung sei?

    Wie wenig das dem echten Fechser zieme?

    Der saubern Ritter Pfuscherei

    ist, merk ich, schon bei euch Maxime!


Oberschlar.    Ein solcher Vorwurf lässt mich ungekränkt;

    ein Mann, der recht zu wirken denkt,

    muss auf schlaraff’sches Werkzeug halten.

    Bedenkt, ihr habet weiches Holz zu spalten,

    und seht nur hin, für wen ihr schreibt!

    Was träumet ihr auf eurer Fechserhöhe?

    Macht eine volle Burg euch froh?

    Beseht die Sassen in der Nähe:

    Halb sind sie kalt, halb sind sie roh.

    Der, nach der Sippung, hofft ein Kartenspiel,

    der eine wilde Nacht an einer Burgfrau Busen,

    was plagt ihr armen Toren viel,

    zu solchem Zweck, die holden Musen?


Fechser    Geh hin und such dir einen andern Knecht!

    Der Fechser sollte wohl das höchste Recht,

    Schlaraffenrecht, das ihm UHU vergönnte,

    so billig, freventlich verscherzen?

    Wodurch bewegt er die Schlaraffenherzen?
    Ist es der Einklang nicht, schlaraff’scher Freundschaft Element?


Hofnarr    Greift nur hinein ins voll’ Schlaraffenleben,

    manch Ritter lebt’s, nicht vielen ist’s bekannt,

    und wo ihr’s packt, da ist’s interessant!

    In bunten Bildern wenig Klarheit,

    viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit:

    so wird Schlaraffentrank gebraut,

    der Sassenschaft erquickt, erbaut.


Oberschlar.    Der Worte sind genug gewechselt,

    lasst mich auch endlich Taten sehn!

    Indes ihr Komplimente drechselt,

    kann etwas Nützliches geschehn.


Fechser    Habe nun, ach! Philosophie

    Spiegelgesetze und Theorien

    und leider auch Ceremonie

    durchaus studiert in heißem Bemühn.

    Da steh ich nun ich armer Tor

    und bin so klug als wie zuvor!

    War Junker, heiße Ritter gar

    und ziehe schon an die zehen Jahr

    herauf, herab und quer und krumm

    im Uhuversum wild herum

    und merke, dass UHU wir nicht erkennen,

    das will mir schier das Herz verbrennen!


    Oh sähst UHU im Mondenschein

    zum letztenmal du meine Pein,

    wenn ich so manche Mitternacht

    beim Fechsen hab herangewacht:

    dann über Büchern und Papier

    Schlaraffengeist erschienst du mir!


UHU    Wer ruft mir?


Fechser Herrliches Gesicht!


UHU    Du hast mich mächtig angezogen,

    an meiner Sphäre lang’ gesogen!

    Wer bist du, Ritter, des Stimme mir erklang?

    Ein furchtsam weggekrümmter Wurm?


Fechser    Soll ich dir, Uhubildnis, weichen?

    Ich bin Ritter! Deinesgleichen!

    Der du die weite Welt umschweifst,

    geschäft’ger Geist, wie nah fühl ich mich dir!


UHU    Du gleichst dem Geist, den du begreifst,

    nicht mir.           

Flensburgias Weg zur „Läuterung“

(Sonett)

Ritter Fürst Kinken, der Verschlungene


Der Mensch erträumt sich gern ein fett Schlaraffenland,

in das durch süßen Brei er kriechend sich durchisst,

dann faul im Schatten döst, gebrat‘ne Tauben frisst.

Verliert so seine Würd‘ und letztlich den Verstand!


Wie anders scheint mir da, was mein Schlaraffenland:

Sind wir von Kunst beseelt, uns hold die Muse küsst;

im Denken und im Tun Humor zugegen ist

und alle fest umschließt schlaraffisch Freundschaftsband.


Doch kennt Flensburgia auch, was schärfet unsern Geist

und was manch braven Ritter keck in die Nase beißt,

was sicher auch geschätzt - des Geistes Heros - Goehte.


Drum hat den Dampf im Kessel der Styxin Kunst erwiesen;

ent-brannt für den Humor, wird jeder Zwerg zum Riesen:

herzlich er Freundschaft pflegt, bei Flensburgs Dampfbrandlethe.



Kunst schöpft, wer schenkend ersinnt,

Ritter Tytan , Kyborgia (27)



Kunst schöpft, wer schenkend ersinnt,

dass die Seele lacht;

und mit dem Können gewinnt -

schlaraffische Pracht.


Humor ist reine Sonne,

die von innen scheint;

entfacht Feuer zur Wonne,

Schlaraffen vereint.


Das Ideal heißt Freundschaft,

die ewiglich blüht.

Schlaraffias wahre Kraft,

die im Herzen glüht.


Wir hier leben diese drei.

Hohes, edles Holz,

in Treu‘ vereint, im Geist‘ frei !

Darauf sind wir stolz.


Lulu


Gemütsverfassung


Rt Mook-man (135) im Lethemond a.U. 154



Das Tagwerk ist vollbracht. Der Rücken krumm. Gebeugt

lieg‘ ich im Lehnstuhl an diesem Abend heut‘.

Obwohl recht arg  geschafft – ein wenig gar benommen –

will doch der Schlaf so recht mir gar nicht kommen.


Da muss das alte Mittel her, das Hirn noch mal zu zwicken

mit Rätselraten und sodann in  Morpheus‘ Arme bald zu sinken.

Das Spiel gelingt, die Silben flott mir geh‘n so von der Hand.

doch bei der dreizehn senkrecht, steh‘ ich wie vor einer Wand.


Gemütsverfassung heißt es da, die Lösung acht Buchstaben!

Doch wie ich‘s dreh‘ und wende, es fängt mich an zu plagen.

Da muss von waagrecht her mir Hilfe doch gelingen,

wenn‘s Wissen fehlt, muss es das Raten eben bringen.


Die Kreuz, die Quer , ich müh‘mich,  dass der Grips erlahmt,

und seh‘ die Silbe „ata" plötzlich wie gebannt da stah‘n.

Sollt etwa der Oma altes Mittel der Anfang sein vom End?

Da bin ich doch verzwickt, mei‘ Lieber, wieder wach geschwind‘!


Ich haste  weiter durch die Felder bis „rex" sich zeigt,

vom andern waagrecht Wort darunter.

Bekannter Hundename, ja, doch nun wird‘s kunterbunter:

Denn ein Vokal will da so recht nicht passen,

versucht das Hirn mir‘n „e" für‘n „a" jetzt vorzumachen?


Bin‘s  leid und greif‘ für‘n Rater zu garstig teuflisch Zeug.

Das Lexikon muss her, das schon vergilbte, nicht das neu‘ .

Auf Seite sechs-sieben-sechs im dritten Band

find‘ ich‘s Zauberwort zum End.

Fazit:

Bei Seneca, auch Epikur, da stand´s schon lang‘ geschrieben.

Doch diese alten Griechen im Hirsebrey nicht häng‘n geblieben,

sollt‘ man schlaraffisch neu es gern entdecken.

ATA plus RAX statt rex, dazu des Esels Laut IA

führt uns zur Ataraxia,

zum Gleichmut nach des Alltags so profanen Schrecken

zur Gelassenheit für all‘ nur denkbar wack‘ren Recken.

Ahallafeyer       von Ritter Fürst Kinken (135)              21. im Windmond a.U. 154


Schlaraffen hört!


Unsere diesjährige Ahallafeyer gilt keinem einzelnen unserer weiland Sassen als Trauersippung. OHO hat unser Reych – UHU sei Dank – in der letzten Zeyt verschont und keine Sassen gen Ahall abberufen. Wir gedenken also ganz allgemein unserer Altvorderen, die bereits an der großen Rittertafel sippen.


Wir tun das unterschiedlich intensiv, je nachdem, wie nahe wir ihnen standen oder ob  wir sie nur noch aus Berichten kennen, aus Berichten, die man vorzugsweise beim Besuch der Gräber hören kann. So am letzten Sonntag auf dem Mühlenfriedhof, dem Friedenshügel und schließlich auf dem Friedhof in Adelby. Aber auch unsere verstorbenen Schlaraffenbrüder von Glücksburg über Wanderup bis Pinneberg sind nicht vergessen worden.


Der Besuch – in diesem Jahre endlich mal bei herrlichem Wetter – wurde von den zehn teilnehmenden Sassen, denen Wir für ihre Teilnahme herzlich danken, in heiterer Andacht und mit munteren Berichten über den jeweiligen Ahallaritter durchgeführt. Die Begegnung mit unseren Altvorderen hat Uns angeregt, Euch ein Sonett des Ehrenschlaraffen Funke vorzutragen:

  

Nänie“  (lat. Totenlied)


Auch das Schöne muss sterben! Das Menschen und Götter bezwinget,

    Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.

Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,

    Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk.


Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde,

    Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.

Nicht errettet den Göttlichen Held die unsterbliche Mutter,

    Wann er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.


Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,

    Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.

Siehe, da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,


    Dass das Schöne vergeht, dass das Vollkommene stirbt.

Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist herrlich,

    Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.


Hierbei kommt Uns sofort der Ritter Bullauge in den Sinn. Er, von Beruf Ingenieur, war ein Mann mit wahrhaft umfassender humanistischer Bildung, was in unseren Generationen ja nur noch selten anzutreffen ist. WIR wollen dennoch so dreist sein, einen Versuch der Deutung – bezogen auf Schlaraffia – zu wagen:


Das Sonett beginnt mit der Feststellung des Unumstößlichen:


„Auch das Schöne muss sterben!“


Wir dürfen uns dabei nicht auf den heute gängigen Begriff von Schönheit, der meistens nur das Oberflächliche, Äußere  beinhaltet, beziehen, sondern den der Antike, der mehr umfasst, nämlich:  kalos kagatos, also schön und gut , d.h. Schönheit umfasst auch innere Werte, so wie es der ES Funke ja auch in der Kunst erstrebte: Vollkommenheit.


Also: „Auch das Schöne muss sterben!“


Denn selbst wenn es Götter und Menschen verzaubert, so beeindruckt es doch nicht den Beherrscher der Schattenwelt, den „stygischen Zeus“, den Gott Hades, also den Tod, der sich ja auch nur einmal – nämlich durch die rührende Klage des Orpheus um seine geliebte Eurydike – kurzfristig als nachgiebig gezeigt hatte.


Im zweiten Quartett belegt ES Funke die Behauptung mit Beispielen aus der griechischen Mythologie:

Die Göttin Aphrodite konnte den schönen Jüngling Adonis trotz ihrer Liebe nicht retten

und auch der Held Achill, Sohn der Meeresgöttin Thetis, musste vor Troja fallen!


Aber – und damit setzt ES Funke den Wendepunkt im Übergang zu den Terzetten – aber Thetis, die schönste der Töchter des Nereus, steigt mit ihren Schwestern aus den Fluten und beweint die Vergänglichkeit des Schönen, des Vollkommenen.


An den Schluss setzt ES Funke den Kontrapunkt, den er durch das „Aber“ schon angekündigt hat:


„Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist herrlich,“

und er begründet es:


„denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.“

Also, es ist vergessen.


Schlaraffen hört! Hiermit hat ES Funke dem Unumstößlichen doch noch einen mildernden, versöhnlichen Aspekt angefügt, in gewisser Weise gegenüber gestellt – oder gar aufgehoben?

Unsere Freunde an der großen Rittertafel sind eben nicht „klanglos zum Orkus hinab“ gegangen, unsere Ahallafeyer, unser Besuch ihrer Gräber belegen es!


Wir wollen das Sonett nicht weiter ausdeuten, sondern es noch einmal vortragen und Wir  bitten, es unter diesen Gesichtspunkten noch einmal zu hören:


Auch das Schöne muss sterben! Das Menschen und Götter bezwinget,

    Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.

Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,

    Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk.


Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde,

    Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.

Nicht errettet den Göttlichen Held die unsterbliche Mutter,

    Wann er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.


Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,

    Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.

Siehe, da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,


    Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt.

Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist herrlich,

    Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.


Winterungsschluß


Numero IV

Ritter Mook-man (135) im Ostermond a.U.155



Habt Ihr ´nen Strich wohl schon gezogen

und für Euch selbst recht abgewogen,

wie Ihr die Wint´rung so habt erlebt,

wenn´s in die Sommerung nun geht?


Des Herbstes Monde hatten ihre Tücken,

als wir verspätet Fuß gefasst.

Doch dann in Frohmut derer Sassen,

kam alles richtig gut zu Pass.


Zur Halbzeit hin, in Christmond´s Tagen,

da sah´n wir uns zusammensteh´n

und konnten Julklapp fröhlich ohne Plagen

in schlaraffisch großer Harmonie begeh´n.


Als Eismond, Hornung ihren Hut genommen,

der Winterling, die Zaubernuß schnell zeigten erste Farbe.

Nun  grünt´s und blüht, der Frühling hat begonnen

und wir geh´n in die Sommerung bis zu des Herbstes nächsten Garben.


LULU

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Nichtambtliches Protokoll der 2892. Sippung

des hohen Reyches Flensburgia

in der Duburg am 11. im Christmond 155


gegeben Blitz durch Ritter Regie-Sir


Verzicht war Wohlbedacht geleistet,

was Pilger und Prüfling schnell gemerkt.

Sie waren sicher drum begeistert,

ihr Bleiben hier sich sehr verstärkt.

 

Herr Wessiak heute ward gekleidet

mit seinen Zeichen – Prüfling auch.

Der Prüfling Leehr es ihm nicht neidet,

denn das gehört zum guten Brauch.

 

Dieweil der ambtlich Teil verrann,

ging, hört, mein Blick zu diesen Beiden.

Verständnis bald zu ihnen kam:

Ich glaube, dass sie gut es leiden!


Uhu hat milde auch gelächelt,

auf Prüfling Wessiak er schaut.

Der Flügelschlag hat auch gefächelt

auf Prüfling Leehr, der sich auch traut,

den Schritt in Euer Reych zu wagen.

Sie schauten mit Erwartung zu,

was wir zu Wiegenfestlern sagen,

und hätten gern es, beim Uhu,

sobald sie einst Schlaraffen sind,

denn dann Schlaraffia erst beginnt!

 

Als dann der zweite Teil begonnen,

da merkte ich, wie sie es freut.

Ich denke, Uhu hat gewonnen:

Die Kugelung kommt schon zur Zeit.